Die Choreografin Eva Borrmann und die Tanzwissenschaftlerin Dörte Kordzumdieke verbindet seit über fünfzehn Jahren eine enge Freundschaft und ein kontinuierlicher künstlerischer Austausch. Gemeinsam teilen sie einen besonderen Blick für komplexe weibliche Figuren. Mit SALON MATA HARI erweitern sie diesen Dialog und bringen ihre Perspektiven erstmals in einer gemeinsamen Lecture Performance auf die Bühne.
Im Zentrum steht Mata Hari – Tänzerin, Spionin, Ikone. Eine Frau zwischen Mythos, Fremdzuschreibung und strategischer Selbstinszenierung. Berühmt geworden durch ihre exotischen Tänze und ihre Rolle als Kurtisane, geriet sie während des Ersten Weltkriegs unter den Verdacht, als Doppelagentin für Deutschland und Frankreich zu agieren. Ihre verführerische Ausstrahlung und Beziehungen zu einflussreichen Männern machten sie zur Projektionsfläche für Spionagefantasien. 1917 wurde sie verhaftet, verurteilt und hingerichtet – bis heute gilt ihre Schuld als umstritten. Mata Hari bleibt ein Symbol für Verführung, Rätselhaftigkeit und die Macht von Erzählungen.
Borrmann und Kordzumdieke nähern sich der historischen Figur aus unterschiedlichen künstlerischen und wissenschaftlichen Blickwinkeln. Auf Grundlage biografischer Fragmente entsteht ein bewegtes Porträt, das Leerstellen bewusst offenlegt und als Raum für neue Interpretationen nutzt. Im Fokus stehen Brüche, Widersprüche und das Unausgesprochene – jene Momente, in denen Biografie zur Behauptung und Interpretation zur Waffe wird. – SALON MATA HARI ist Ausdruck einer langjährigen Freundschaft – und zugleich eine Einladung, sich dieser vielschichtigen Figur neu anzunähern.
Mit wenigen, wohl gewählten Mitteln gelingt es den beiden, das Publikum eine Stunde lang ganz für sich einzunehmen. Der Salon Mata Har/i ist kulturwissenschaftliche, auch feministische Lehre auf die unverkrampfteste, denkbar angenehmste Weise, humorig, aber mit Pietät gegenüber der Tragik dieser Biografie. (curt Magazin)
Termin: 23. April 2026, 19 Uhr
Ort: Experimentiertheater (Bismarckstraße 1, 91054 Erlangen)
Kartenverkauf: Abendkasse
Weitere Infos: www.planmee.de
Förderer: Dieses Projekt wird ermöglicht durch den Bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz (BLZT) aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, Stadt Nürnberg, Tanzzentrale der Region Nürnberg/Fürth e. V., In Zusammenarbeit mit der Kulturwerkstatt Auf AEG/ Kulturbüro Muggenhof und dem Institut für Theater-und Medienwissenschaft der FAU Erlangen-Nürnberg.
