Tagung »Horror – Medien – Räume« (2021)

Mediale Phänomene des Horrors sind heutzutage so en vogue wie vielleicht noch nie. Trotz der Masse und Aktualität der Phänomene – bei ihrer gleichzeitig reichhaltigen historischen Tradition – werden diese in der akademischen Forschung nach wie vor eher stiefmütterlich behandelt. Die Tagung möchte sich deshalb aus einer breiten, medienkulturwissenschaftlich ausgerichteten Perspektive den wechselseitigen Einflussnahmen und Interferenzen von Medien, Horror und Räumlichkeit widmen, da diese verschiedene Bedeutungsdimensionen des Horrors tangieren. Dabei besteht ein wesentliches Ziel der Veranstaltung darin, die zentralen gesellschaftlichen Funktionen und ideologischen Einschreibungen von medialen Horror-Räumen herauszuarbeiten. Zunächst stellt sich die Frage nach Topographien des Horrors (Friedhöfe, Krankenhäuser, Psychiatrien oder Laboratorien…) und den gesellschaftlichen Diskursen und Bedeutungen, die in diesen symbolischen Orten kulminieren. Diese räumlichen Konstellationen unterliegen historischen Entwicklungen und medial unterschiedlichen Inszenierungsweisen. Dabei müssen auch die medialen Dispositive in den Blick genommen werden. Denn diese konstruieren eigene, dispositive Räume, die auf die Wahrnehmung der Rezipient:innen Einfluss nehmen. Die Geschichte des Horrors kennt wiederum etliche explizite (Selbst-)Reflexionen solcher medialer Raumanordnungen. Mediale Horrorräume präsentieren sich außerdem in verschiedenen kulturellen Räumen jeweils unterschiedlich, worauf insbesondere eine kulturraumvergleichende Perspektive hinweist. Schließlich lässt sich Horror auch auf theoretischer Ebene mit räumlichen Dimensionen und Grenzüberschreitungen zusammendenken.

Die Tagung ist interdisziplinär ausgerichtet und adressiert Wissenschaftler*innen aus der Medien-, Kultur-, Film-, Literatur- oder Theaterwissenschaft, der Kunstgeschichte u.a.

Organisation und Kontakt: Dr. Peter Podrez (FAU Erlangen-Nürnberg), Dr. Martin Hennig (Universität Passau / Eberhard Karls Universität Tübingen)

Veranstaltungsort: Experimentiertheater, Bismarckstraße 1, 91054 Erlangen (nur Beteiligte an der Lehrveranstaltung »Horror – Medien – Räume«, Vortragende sowie Orga-Team) / online (frei zugänglich)

Modus: Die Tagung wird als Hybridformat mit den Studierenden der gleichnamigen, damit verbundenen Lehrveranstaltung sowie den Vortragenden vor Ort abgehalten, Gäste können online zugeschaltet werden und interaktiv teilnehmen.

Für eine Online-Teilnahme schreiben Sie bitte bis zum 24. September 2021 eine kurze Mail an:
peter.podrez[at]fau.de
martin.hennig[at]uni-passau.de

Mit freundlicher Unterstützung durch die Dr. German Schweiger-Stiftung.

Programm

Donnerstag, 30. September 2021

ab 13.00 Uhr
Registrierung

14.30 – 15.15 Uhr
Dr. Martin Hennig (Passau/Tübingen), Dr. Peter Podrez (Erlangen-Nürnberg)
Begrüßung und Einführung

Panel 1: Kulturelle Räume  

15.30 – 16.15 Uhr
Prof. Dr. Kay Kirchmann, Dr. Nicole Wiedenmann (Erlangen-Nürnberg)
Hinter verschlossenen Türen. Der Horror der abwesenden Frau in Filmen der 1940er Jahre

16.15 – 17.00 Uhr
Dr. Daniela Kuschel (Mannheim)
›Horror‹-fizierte Erinnerungsorte: Horror als Ausdrucksform erinnerungskultureller Belange?

17.00 – 17.45 Uhr
Konstantin Daniel Haensch, M.A. (Princeton) [Online]
›Smart Home‹, ›Home Automation‹ und ›Shy-Tech‹: Neue Interface-Räume des alltäglichen Unheimlichen und medialen Horrors

17.45 – 18.45 Uhr
Präsentationen
der Studierenden am Institut für Theater- und Medienwissenschaft der FAU Erlangen-Nürnberg

Freitag, 1. Oktober 2021

Panel 2: Narrativierte Räume

10.30 – 11.15 Uhr
Prof. Dr. Hans Krah (Passau)
Horror oder (American) Horror Story? Implikationen der Narrativierung des Horror-Raums

11.15 – 12.00 Uhr
PD Dr. Stephan Brössel (Münster)
Raumstrukturwandel im Horrorfilm: Zum Ansatz einer historischen Filmnarratologie

12.00 – 12.45 Uhr
Dr. Eckhard Pabst (Kiel)
»An old house, (…) a little more sinister looking«. Kontinuität und Wandel der Filmkulisse ›Bates-House‹

12.45 – 14.30 Uhr
Mittagspause 

Panel 3: Unmögliche/unsichtbare Räume

14.30 – 15.15 Uhr
PD Dr. Daniel Illger (Berlin)
Das zweiseitige Dreieck. Unmögliche Räume und Wirklichkeiten in der Weird Tale

15.15 – 16.00 Uhr
Dr. Lars Robert Krautschick (München)
»Ich sehe was, was Du nicht siehst!« Mediale (Raum-) Konfigurationen von unsichtbaren Figuren im Horrorgenre

16.30 – 18.00 Uhr
Keynote
Prof. Dr. Marcus Stiglegger (Mainz)
Immersive Angsträume. Zur Topographie des Horrorfilms

Samstag, 2. Oktober 2021

Panel 4: Ludische Räume 

10.00 – 10.45 Uhr
PD Dr. Andreas Rauscher (Freiburg/Mainz)
Zwischen Geisterbahn und Seelenlandschaft Genre-Passagen durch die Spielräume des Survival Horrors

10.45 – 11.30 Uhr
Dr. Arno Görgen, Dr. Eugen Pfister (Bern)
Space Invaders. Biologistische Verräumlichungen des Monströsen

11.30 – 12.15 Uhr
Prof. Dr. Maren Conrad (Erlangen-Nürnberg)
Überleben im Angstraum. Risikoinszenierungen im asymmetrischen Escape-Horrorspiel

13.00 – 14.30 Uhr
Keynote
Prof. Dr. Bernard Perron (Montréal) [Online]
Backed Into a Corner, or the Angular Part of Fear