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Vortrag und Interview: »Corona-Verschwörungstheorien in der vernetzten Medienkultur« von und mit Carolin Lano (ITM)

Mit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie haben sich Verschwörungstheorien fast genauso schnell ausgebreitet, wie das Virus selbst. Konnten die Anhänger solcher Theorien anfangs noch als einzelne Stimmen in den sozialen Medien abgetan werden, sind sie nun in der Öffentlichkeit und den Nachrichten mit ihren Protesten gegen Hygiene-Maßnahmen präsent.

Carolin Lano hat ihre Doktorarbeit zum Thema „Verdachtsmomente – Medien und Medienereignisse im Spiegel der Medienrhetorik von Verschwörungstheorien“ am Institut für Theater- und Medienwissenschaft der FAU verfasst und spricht im Interview darüber, warum Corona ein guter Nährboden für Verschwörungstheorien ist und welche Rolle die Medien dabei spielen.

Außerdem hat Carolin Lano im Rahmen der Ringvorlesung „Forschungsperspektiven der Theater- und Medienwissenschaft“ des ITM einen Vortrag zu „Das Medienereignis als Irritation – Corona-Verschwörungstheorien in der vernetzten Medienkultur“ gehalten. Eine Aufzeichnung steht auf dem Videoportal der FAU bereit.

Der Vortrag beschäftigt sich mit der Corona-Krise als einem beispiellosen Medienereignis und fragt nach dessen Charakteristiken, die es zu einem idealen Einfallstor für den verschwörungstheoretischen Verdacht machen. Angesichts der unsicheren Nachrichtenlage über eine weitgehend unsichtbare Gefahr traten in jeder Berichterstattungsphase bestimmte Unschärfen und Irritation auf, die Verschwörungstheorien als Rohstoff für ihre narrative Szenariengestaltung dienten. Die Corona-Krise schuf eine Flutlichtarena für den Wettbewerb um Aufmerksamkeit, wobei sich Verschwörungstheorien und Massenmedien in einer unheilvollen Rückkopplungsspirale als koabhängig erweisen: Während Verschwörungstheorien die massenmedialen Unschärfen bereitwillig in ihre Narrative einweben, konzentrieren sich die Massenmedien zunehmend auf die Berichterstattung über Verschwörungstheorien und bringen sie so zumindest ins Gespräch.