ITM: Online-Präsentation von Projekten aus dem MA »Theater – Forschung – Vermittlung« am 16.4., 10 Uhr

Am Freitag, den 16. April 2021 findet ab 10:00 Uhr eine Präsentation von Projektentwürfen der Studierenden des 2. Fachsemesters im MA-Studiengang »Theater – Forschung – Vermittlung« per ZOOM statt. Dazu haben wir Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Abteilungen unserer institutionellen Kooperationspartner (Staatstheater Nürnberg, Theater Erlangen, Tafelhalle Nürnberg, Neues Museum Nürnberg, Kunstpalais Erlangen) eingeladen, die sich mit den Studierenden und Dozierenden des Studiengangs über inhaltliche und produktionstechnische Fragen austauschen werden.

Alle Institutsmitglieder sind herzlich eingeladen, an diesem Austausch (Dauer: ca. 90 Minuten) teilzunehmen. Dies gilt insbesondere für Studierende aus dem BA-Studiengang, die sich für die Themen und Arbeitsformen in unserem Masterangebot interessieren.

In fünfminütigen Kurzpräsentationen werden sechs Projekte vorgestellt, die auf eine Skizze zurückgehen, die Teil des Bewerbungsverfahrens war. Die Realisation der Projekte ist Teil des Studienprogramms und für die folgenden Semester geplant. Weitere in Arbeit befindliche Projekte werden zu einem späteren Termin in diesem Semester präsentiert.

Sie können sich mit dem folgenden ZOOM-Link einwählen. Bitte beachten Sie, dass das Meeting keinen Warteraum hat und ab 9:30 Uhr zugänglich ist.
https://fau.zoom.us/j/63579067164?pwd=MzRBSk52T0VIZUcwOUt0Q1hhUnh6Zz09
Meeting-ID: 635 7906 7164 / Kenncode: 615919
Schnelleinwahl mobil:
+493056795800,,63579067164#,,,,*615919# Deutschland
+496938079883,,63579067164#,,,,*615919# Deutschland

Es handelt sich um folgende Projekte (in alphabetischer Reihenfolge):

»ERBEEESSEN« (Valentina Eimer & Viktoria Maier)

»ERBEESSEN« ist eine durational Performance in einem Leerstand der Erlanger Innenstadt zum Thema der NS-»Euthanasie«. Für jeden Menschen, der in der Erlanger »Hupfla« starb oder von dort aus deportiert wurde, werden wir eine Minute performen – also ca 3 Tage. Das Projekt bewegt sich auf einem schmalen Grat zwischen Dokumentation, Gedenken und künstlerischer Abstraktion. Kernaspekte des Konzeptes sind das Schaffen von Atmosphären und Bildern über eine Installation und Scores, die ortsspezifisch im Leerstand entwickelt werden. Die Besucher:innen können sich frei im Raum bewegen, in den 3 Tagen immer wieder kommen und in Interaktionen treten. Die Performance soll barrierefrei sein, was u.a. bedeutet, dass immer 2 Sinne angesprochen werden.
»ERBEESSEN« kooperiert mit ZSL e.V. und wabe e.V. und wird unterstützt von der Kulturförderung der Stadt Erlangen, Demokratie leben!, sowie der Sparkasse Erlangen-Höchstadt.

Theatersneak (Sarah Kotz)

»Ich weiß, dass ich nichts weiß.« – Sokrates
Das gängige und inzwischen sehr beliebte Kinoprogramm einer Sneak-Preview soll nun auch in das Theater gebracht werden. So soll hierbei der Überraschungsfaktor im Vordergrund stehen, sodass beim Kauf einer Karte keine Angaben über das Abendprogramm gemacht werden.
Gemeinsam mit der Tafelhalle Nürnberg möchte ich dieses Projekt erarbeiten, sodass an einzelnen Abenden das Publikum mit unterschiedlichen Genres wie Musik, Tanz oder Performance überrascht wird. Die Zuschauenden haben sich somit für kein direktes Angebot entschieden, wodurch sie die Entscheidung ihres Besuches bewusst dem Team der Tafelhalle überlassen. Das Publikum lässt sich auf etwas ihnen Unbekanntes ein und erlebt dadurch eine Offenheit für neue und ihnen vielleicht nicht gängige Formate.
Auf die Plätze, fertig – Überraschung!

»Vor verschlossenen Türen stehen« – ein generationenübergreifendes Projekt
(Jessica Kugler)

Der Wandel der letzten Jahre in der Sparte Theaterpädagogik brachte eine Öffnung des Bereichs für alle Altersgruppen mit sich. Theaterclubs mit Erwachsenen entwickelten sich vermehrt. Allerdings wird hierbei meist in altershomogenen Gruppen gearbeitet. Das soll sich mit meinem Projekt ändern. Mit einer altersgemischten Gruppe erwachsener Menschen möchte ich zum Thema »Vor verschlossenen Türen stehen« einen Theaterclub oder Theaterworkshops realisieren. Dabei geht es einerseits um das kreative und spielerische Ausprobieren im Schauspielen, andererseits soll etwas zu dieser Thematik entwickelt werden. Denn in der aktuellen Zeit ist diese Redewendung wohl für uns alle präsenter und erfahrbarer denn je geworden. Doch bereits in unserem Alltag lassen sich häufig Situationen finden, in denen wir nicht weiter können.

Stückpatenschaft (Julia Maschke)

Vielerorts ist es bereits zur gängigen Praxis geworden, gemeinsam mit Jugendlichen ein Stück für diese Zielgruppe zu entwickeln. Die Stückpatenschaft setzt aber an einem anderen Punkt an als herkömmliche pädagogische Projekte und bezieht die Jugendlichen in die Vermittlung von Kunst mit ein. Dabei werden sie selbst zu den Personen, die ihr Wissen, ihre Erlebnisse und Fragen an Gleichaltrige weitergeben. Durch die Stückpatenschaft werden die Paten befähigt, Kunst zu artikulieren. Gleichzeitig erhält die gesamte Klasse einen Einblick in die künstlerische Arbeit und die Thematik des Stückes. Dass die Jugendlichen ihre Berichte in ihrer eigenen Sprache wiedergeben und von ähnlichen Interessengebieten erzählen, ist dabei ein großer Vorteil. Dies gelingt besonders dann, wenn Erfahrungsräume geöffnet werden, ohne sie zu füllen.

»Wer hat meinen Vater umgebracht« – eine Inszenierung des gleichnamigen Romans von Édouard Louis (Simon Rein)

Ein Sohn, der einen Abschiedsbrief an seinen verstorbenen Vater schreibt, voll von Verbitterung, Abneigung, aber auch voller Liebe und Vergebung. Dazu eine Abrechnung mit der Sozialpolitik in Frankreich der letzten 20 Jahre, welche sich auch auf die deutsche Politik umschreiben ließe. Das alles hat mich fasziniert an dem Roman »Wer hat meinen Vater umgebracht« des französischen Autors Édouard Louis. Als Projekt möchte ich diesen als Theaterstück mit einem Schauspieler inszenieren, wobei der Fokus besonders auf Text, Sprache und den Emotionen des Schauspielers liegen soll.
Da derzeit konventionelle Theateraufführungen eher schwierig durchzuführen sind, habe ich verschiedene alternative Möglichkeiten offengelassen. Dazu zählen etwa ein Livestream über YouTube, eine Vorstellung mit Publikum über Zoom, oder auch ein vorproduzierter Theaterfilm oder Kurzfilm.

»Colour up« (Rebecca Traud)

Partizipation. Teilnahme. Interaktion. Aufeinandertreffen. Grenzen und Grenzüberschreitungen. All diese Begriffe sind ein essentiell wichtiger Teil in meinem Projekt »Colour up». Die Performance erwacht erst zum Leben, wenn die Zuschauenden anfangen, interaktiv in das Geschehen einzugreifen und sich aus der Position der anonymen Masse herauslösen. Es besteht der Wunsch, dass das Publikum mit dem nichtmenschlichen Akteur Farbe sowie mit mir als Akteurin interagiert und sich dabei selbst vom Zuschauenden zum Agierenden entwickelt. Da es keine vorgegebenen Regeln gibt, sollen diese innerhalb des Aufeinandertreffens aller Anwesenden ausgehandelt werden. Das Projekt bietet Raum zum Ausprobieren, Erleben und Erfahren. Besonders Hemmungen und Grenzen sollen als Hindernis und gleichzeitig als Potenzial für verschiedene Ergebnisse angesehen werden.
Sei dabei – nimm teil – colour up!