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Experimentiertheater: »Irgendwie Demian – Von Selbstsuchern und Nachtfaltern«

Emil Sinclair ist auf der Suche nach sich selbst. Wie wir alle. Nur stehen uns dabei ständig all diese anderen Themen im Weg. Momentan vor allem der Krieg. Die Ukraine und der Gaza-Streifen sind im Anbetracht der Auseinandersetzungen im Irak und in Syrien bereits wieder aus dem medialen Fokus verschwunden. Aber nicht nur in unserem Unterbewusstsein schwelen die Konflikte weiter. Kurzzeitig schien die Situation vor Beginn des Krieges 1914 auch hundert Jahre später gar nicht so weit weg und auch jetzt steht der Konflikt mit Drohgebärde vor den Toren Europas.

In Auseinandersetzung mit Hermann Hesses Roman „Demian“ spürt das Performance-Kollektiv Schmarrnintelligenz der individuellen Entwicklung einerseits und der kollektiven Katastrophe andererseits nach. Welchen Wert hat das einzelne Leben in der Masse von Kriegsbegeisterten? Und war die Begeisterung tatsächlich so groß, als die ersten Soldaten 1914 an die Front zogen?

Die verschiedensten Fragen zu Krieg, Nationalismus, Imperialismus, Militarismus, aber auch nach dem eigenen persönlichen Weg, den jeder innerhalb dieses Chaos zu finden versucht, sind verwebt zu einem dichten Teppich aus Texten, szenischen Bildern und Handlungen, Tanz und Bewegung. Nicht jede Andeutung muss verstanden werden, nicht jedes Detail erkannt, solange ein Eindruck bleibt, ein Eindruck von der Auseinandersetzung mit den großen Themen und vor allem gute Unterhaltung.

Dienstag, den 21. und Mittwoch, den 22. Oktober 2014
20 Uhr, Experimentiertheater (Bismarckstr. 1)

Von und mit: Daniel Behringer, Pauline Buff, Franziska Detrez, Andra Maria Jebelean, Jakob Jokisch und Kai Padberg