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Theater – Forschung – Vermittlung

Flyer zum Download (PDF)

Mit dem forschungsorientierten Masterstudiengang Theater – Forschung – Vermittlung bietet die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ab dem Wintersemester 2020/21 eine zugleich wissenschaftlich fundierte und berufsorientierte Qualifikation für diejenigen, die sich für theaterwis­senschaftliche Inhalte und Fragestellungen mit einer Fokussierung auf künstlerische Prakti­ken und Vermittlungsprozesse in Kulturinstitutionen interessieren.

Die Studierenden werden als künftige Generation von theoretisch versierten Praktiker*innen in verantwortungsvoller, gestaltender Position im Bereich der künstlerischen Praxis, in den Bereichen Dramaturgie, Theaterpädagogik, Kuratieren, Öffentlichkeitsarbeit und Kulturmanagement etc. tätig sein. Zugleich eröffnet der Studiengang die Möglichkeit zu einer weiteren wissenschaftlichen Qualifikation, etwa im Rahmen einer Promotion im Fach Theaterwissenschaft.

Konzeption

Die Trias Theater – Forschung – Vermittlung trägt den jüngsten Entwicklungen in den Künsten, den Wissenschaften und der Kommunikation Rechnung. In allen diesen Berei­chen sind grundlegende soziale, politische, technische und ästhetische Transformationen zu verzeichnen, welche etablierte Praktiken sowie die Rolle und das Selbstverständnis der beteiligten Akteure und Institutionen in Frage stellen. Dieser Herausforderung begegnen wir mit einer Flexibilisierung und Dynamisierung der Studieninhalte und Lehrformen. Ziel des Studiums ist nicht die Anwendung bereits etablierter Wissensbestände auf neue Gebiete, sondern die Ausbildung der Fähigkeit, auf die kulturellen Herausforderungen der Gegenwart und ihre sich stets verändernden Anforderungen flexibel zu reagieren.

Ausgangspunkt dafür ist das Theater, verstanden im Zeichen eines weit gefassten Begriffs von Theatralität, der Fragen nach Inszenierungsformen, Körpertechniken und Wahr­nehmungsvollzügen nicht auf die Künste beschränkt, sondern die politische und soziale Kom­munikation ausdrücklich einschließt. Daraus ergeben sich vielfältige Bezüge zu anderen geisteswissenschaftlichen Fächern (etwa zur Philosophie, Soziologie, den Literatur- und Kunstwissenschaften), zu den Positionen der Performance-, Körper- und Gender­theorie sowie zu den Theorien der Globalisierung und Interkulturalität. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Verhältnis zwischen theatralen Praktiken und der Digitalisierung.

Auch der Bereich Forschung ist aktuell von tiefgreifenden Umwälzungen betroffen, die das Selbst­bild der Universität ebenso tangieren wie ihr Verhältnis zur künstlerisch-kreativen Praxis. Letztere verstehen wir im Zeichen der „künstlerischen Forschung“ nicht als Gegenstand des disziplinären Wissens, sondern als eigenständige Methode des Wissensgenerierung. Damit einher geht eine Erweiterung der Begriffe und Methoden, die nur explorativ und experimentell zu fassen ist und im Austausch zwischen Wissenschaftler*innen, Praktiker*innen und den Studierenden entwickelt werden soll.

Im Bereich Vermittlung widmen wir uns sowohl bereits etablierten dramaturgischen und pädagogischen Berufsfeldern (kulturelle Bildung, der Spielplan- bzw. Programmgestaltung, Öffentlichkeitsarbeit) als auch experimentellen Formen, die mit der Aufwertung und Ent­grenzung des Kuratierens einher gehen. Praxisbezogene Fragestellungen und Inhalte werden im engen Austausch mit Kulturinstitutionen entwickelt; die Studierenden werden im Rahmen von Praktika in die Arbeitsfelder und Abläufe einer konkre­ten beruflichen Praxis einbezogen.

Studienprogramm

Das erste Semester ist den zentralen Arbeitsfeldern der Theaterwissenschaft (Theorie, Historiographie, Aufführungsanalyse) und grundlegenden Fragen der Vermittlungs­praxis gewidmet. Im zweiten Semester werden diese Themen vertieft und im Rahmen eines künstlerischen Projekts im Austausch mit Gastkünstler*innen erprobt. Das dritte Semester steht im Zeichen von zwei verpflichtenden externen Praktika, die von begleitenden Lehrver­anstaltungen flankiert werden. Im vierten Semester wird das Studium mit einer Masterar­beit und einer mündlichen Prüfung abgeschlossen.

Die folgende Übersicht zeigt den Studienverlaufsplan für das Vollzeit-Studium (4 Semester); eine Übersicht zum Teilzeit-Studium (8 Semester) finden Sie im Download-Bereich.
Module und Lehrveranstaltungen

1. Fachsemester

Modul 1: Theorie und Historiographie des Theaters

Theorieseminar 2 SWS | 5 ECTS
Historiographieseminar 2 SWS | 5 ECTS

Modul 2: Aufführungsanalyse

Seminar 2 SWS | 5 ECTS

Modul 3: Komparatistische Analyseverfahren

Seminar 2 SWS | 5 ECTS

Modul 4: Grundlagenmodul Praktiken der Vermittlung

Propädeutikum Praxis / Vermittlung 2 SWS | 2,5 ECTS
Seminar 2 SWS | 2,5 ECTS
Eigenständige Projektarbeit 2,5 ECTS

2. Fachsemester

Modul 5: Ästhetik des Theaters

Seminar 2 SWS | 5 ECTS

Modul 6: Theater und die anderen Künste

Seminar 2 SWS | 5 ECTS

Modul 7: Wahlpflichtmodul (2-4 SWS, 10 ECTS)

Modul 8: Aufbaumodul Praktiken der Vermittlung

Seminar 2 SWS | 2,5 ECTS
Seminar 2 SWS | 2,5 ECTS
Eigenständige Projektarbeit 2,5 ECTS

Modul 9: Künstlerische Projektarbeit

Projekt 5 ECTS

3. Fachsemester

Modul 10: Praxisreflexion

Praktikum 10 ECTS
Seminar 2 SWS | 2,5 ECTS
Eigenständige Projektarbeit 2,5 ECTS

Modul 11: Forschungsfragen

Praktikum 10 ECTS
Seminar 2 SWS | 5 ECTS

4. Fachsemester

Modul 12: Examensmodul

Masterarbeit (80-90 Seiten) 20 ECTS
mündliche Prüfung (30 Minuten) 2,5 ECTS
Oberseminar 2 SWS | 2,5 ECTS
Künstlerische Projektarbeit 5 ECTS

Studieren am Institut für Theater- und Medienwissenschaft

Die professio­nell ausgestatteten räumlichen und technischen sowie personellen Ressourcen des Instituts für Theater- und Medienwissenschaft können für experimentelle Lehr- und Lernformen sowie für eine eigenständige Praxis der Studierenden genutzt werden. Für die szenische Projektarbeit steht mit dem Experimentiertheater ein flexibel nutzbarer Theaterraum mit modernster Beleuchtungstechnik, einer Audioanlage mit Mehrkanal- und Surroundoptionen sowie diversen Videoprojek­tionsoptionen zur Verfügung, ebenso wie die Medienstudios mit flexibel einsetzbarem Audio- und Videoequipment sowie volldigitalen Schnittplätzen. Das GamesLab ist eine Einrichtung zur Erforschung von digitalen Spielen.

Darüber hinaus existieren an der FAU eine Reihe von studentischen Initiativen, in denen stu­dienbegleitend Erfahrungen in der Kulturarbeit und Festivalorganisation gemacht werden können, etwa das Theater- und Performancefestival ARENA, die FAU-Campusmedien funklust sowie das studentische Kulturmagazin re>flex.

Kooperationen mit den Kulturinstitutionen

Die Metropolregion Erlangen-Nürnberg zeichnet sich durch eine große Vielfalt von Kulturinstitutionen mit überregionaler Strahlkraft aus: Theater und Oper, Museen und Ausstellungsorte für zeitgenössi­sche Kunst, ein vielfältiges Musikleben sowie eine lange Tradition internationaler Festivals. Im Rahmen des Masterstudiums werden wir mit den wichtigsten Institutionen und Akteuren des Kulturlebens sowie gastierenden Künstler*innen kooperieren – darunter das Staatsthea­ter Nürnberg, die Tafelhalle Nürnberg, das Theater Erlangen, das Kulturamt Erlangen (Figu­rentheaterfestival, Comic-Salon, Poetenfest), das Landestheater Coburg, das Neue Museum Nürnberg sowie die Volkshochschule Erlangen.

Voraussetzungen und Zulassung

Für die Zulassung ist ein Abschluss in Theaterwissenschaft (B.A.) bzw. Theater- und Me­dienwissenschaft (B.A.) oder in einem fachverwandten Bachelorstudiengang erforderlich, der einen theaterwissenschaftlichen oder theaterbezogenen Anteil von mindestens 35 ECTS-Punkten beinhaltet; ggf. wird die Qualifikation ergänzend durch die Teilnahme an einem Auswahlgespräch nachgewiesen.

Sofern kein deutscher Studienabschluss oder die deutsche Hochschulreife vorliegt, müssen Deutschkenntnisse auf dem Niveau DSH2 nachgewiesen werden. Englischkenntnisse auf dem europäischen Referenzniveau B2 sind vom Vorteil.

Eine Bewerbung ist ab 140 ECTS-Punkten aus dem Erststudium möglich (Zugang unter Vorbehalt).

Mit den Bewerbungsunterlagen ist als weiterer Nachweis eine eigenständig verfasste Projektskizze einzureichen (Umfang: zwischen 7.000 und 12.000 Zeichen inkl. Leerzeichen). Diese dient dazu, die Interessen unserer Bewerberinnen und Bewerber möglichst frühzeitig kennenzulernen; es handelt sich nicht um eine künstlerische Aufnahmeprüfung.

Die Aufgabenstellung für Bewerber*innen zum Wintersemester 2020/21 lautet:

Bitte skizzieren Sie ein eigenständig und selbst durchführbares Projekt mit Bezug zu den Bereichen Theaterpraxis und / oder Kulturvermittlung.

Die Bewerbung erfolgt im ersten Schritt online über das Portal campo. Danach sind ist der Antrag mit den geforderten Unterlagen nochmals postalisch ans Masterbüro zu senden. Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.master.fau.de.

Die Bewerbungsfrist für das Wintersemester 2020/21 endet am 15. Juli 2020 (unter Vorbehalt; bitte informieren Sie sich über etwaige Änderungen auf den Seiten der FAU bzw. campo).

Studienfachberatung

Dr. Hans-Friedrich Bormann
Tel. 09131 / 85-22190
E-Mail: hans-friedrich.bormann[at]fau.de
Postadresse: Bismarckstraße 1, 91054 Erlangen